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Freie Software oder namenhafte Hersteller? Wo liegen die Unterschiede und Vorteile?

 

Die bekannteste Lizenz für freie Software ist die General Public License (GPL). Sie erlaubt den Endbenutzern (Privatpersonen, Organisationen) die Software zu verändern und zu verbreiten. Diese Art von Lizenz wird auch Copyleft-Lizenz genannt.
Das bedeutet, dass bei Änderungen von Software, die unter GPL laufen, diese Software weiterhin unter GPL verbreitet werden muss. Das heißt neue Software, die auf einer GPL Software basiert, muss weiter unter GPL verbreitet werden. Eine Änderung auf eine kommerzielle Lizenz ist nicht möglich. Dies wurde eingeführt, um sicher zu stellen dass die Freiheit einer Software auch bei der Weiterentwicklung vorhanden bleibt.
Bei Software unter GPL muss der Quellcode offengelegt werden. Damit ist zum einen gewährleistet, dass eine Weiterentwicklung der Software möglich ist. Zum andern kann so jeder Anwender, wenn er sich auskennt, den Quellcode überprüfen und sicherstellen, dass die Software wirklich nur das tut was sie darf.

Was bedeutet dies für den Endbenutzer? msBei Problemen mit GPL Software kann nur die Person oder Gruppe weiter helfen, die gerade diese Software entwickelt hat. Dies kann einige Zeit dauern. Auch die Aktualisierung der Software, gerade bei Sicherheitslücken, kann auf sich warten lassen. Die Möglichkeit ein Support-Ticket zu eröffnen fehlt.
Das benötigte Arbeitsprogramm läuft nicht mit Ihrer Systemkonfiguration?
Dafür kann bei Microsoft ein Ticket eröffnet werden. Gerade IT Dienstleistern mit Microsoft Gold Status, wie NETZORANGE, haben bevorzugte Behandlungen und es kümmern sich erfahren Techniker um das Problem.

Auch ohne dass Probleme beim Anwender entstehen, kümmert sich Microsoft weiter um seine Produkte. Sicherheitslücken und Bugs werden von Microsoft selbständig und regelmäßig behoben. Dafür stellt Microsoft die Windows Updates bereit.

Besonders heutzutage ist Datenschutz wichtig wie nie zuvor. Damit stellt sich die Frage: Kann man Software die unter GPL steht vertrauen?
Dadurch dass der Quellcode für diese Art von Software offen liegt, ist ein Fachmann in der Lage diese Software zu analysieren. Am Beispiel von Keepass kann man dies deutlich machen.
Keepass ist eine praktische und übersichtliche Möglichkeit Passwörter und Zugangsdaten zu verwalten. Auch für die Nutzung in Firmen ist Keepass interessant. Die Datenbank kann serverseitig gespeichert werden und so allen Mitarbeitern zu Verfügung gestellt werden. Die Datenbank ist mit einem Passwort gesichert. Damit kann der Zugang auf eine festgelegte Gruppe begrenzt werden. Die Verwendung von mehreren Datenbanken ist auch ohne Probleme möglich.
Der Quellcode dieser Software ist für jeden verfügbar und kann überprüft werden. So kann ein Missbrauch ausgeschlossen werden.linux

Ein kostenloses Programm, sogenannte Freeware, für die Passwortverwaltung aber kein öffentlicher Quellcode? Da ist Vorsicht angebracht. Niemand kann überprüfen, dass das Programm nicht sämtliche Passwörter nach z. B. drei Monaten Benutzung an einen unbekannten Ort überträgt.

Ein anderes Beispiel dafür ist Voice over IP.
Für die Nutzung von VoIP gibt es viele Programme. Die Software Asterisk zum Beispiel ist GPL basiert. Bei diesem Programm entsteht die Sicherheit durch den offenen Quellcode und einer Community die das Ganze überprüft. Durch den Bezug des Programms von der Entwicklerwebsite kann sichergestellt werden, dass auch die überprüfte Version eingesetzt wird. Es gibt Asterisk auch über andere Bezugsquellen. Dann kann man aber nicht sicher sein, dass die Software verändert wurde.

Bei der VoIP Lösung von Microsoft, Lync, ist der Quellcode der Software nicht einsehbar.
Wieso kann man dennoch der Software von namenhaften Herstellern vertrauen?

Microsoft wird sich hüten Missbrauch von vertraulichen Daten zu begehen. Der Vertrauensverlust würde zu deutlichen geringeren Verkaufszahlen führen. Nicht nur für das Programm dessen Daten missbraucht wurden, sondern der Vertrauensverlust würde die komplette Produktpalette von Microsoft betreffen.
Auch rechtlich würde dies zu einigen Problemen führen. Ein Rechtsstreit wegen Datenmissbrauch würde für Microsoft sehr schlechte Presse bedeuten.
 

Fragen zu dem Thema beantworte ich gerne über die Kommentare.

Ich hoffe geholfen zu haben!

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3 Kommentare zu "Freie Software oder namenhafte Hersteller? Wo liegen die Unterschiede und Vorteile?"

  1. „kommerzielle Lizenz“ in dem Text erweckt den Eindruck, dass GNU (A/L)GPL keine kommerzielle Nutzung erlauben. Was in dem Text gemeint ist, ist eine „unfreie/proprietäre Lizenz“. Mehr dazu auch der Abschnitt Punkt 1: Denken Sie klar in dem Artikel „Was macht ein Freie-Software-Unternehmen aus?“.

    Viele Grüße
    Matthias

    • Johannes sagt:

      Hallo Matthias,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich werde deinen vorgeschlagenen Artikel lesen und meinen Text anpassen. Die richtige Wortwahl ist bei diesem Thema wirklich entscheidend.

      Viele Grüße
      Johannes

  2. Hallo Johannes,

    wenn man auf freie Software setzt, sollte man sich eventuell vorher im Bekanntenkreis umhören, ob diverse Programme schon einmal genutzt wurden und ob diese empfehlenswert sind. Von daher sehe ich es nicht als Problem Freeware ohne Probleme zu nutzen. Viele Grüße

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